Alarmierende Krankheitsrate bei der Polizei
Es stellt sich die Frage, ob Polizeibeamte im Land Brandenburg besonderen Überlastungen ausgesetzt sind. Immerhin alarmiert ein sehr hoher Krankenstand. Einer AOK-Studie folgend waren Arbeitnehmer allgemein 13 Tage im Jahr krank, Polizisten dagegen 34 Tage, in Potsdam sogar 42 Tage. So der Stand vom 6.7.2010.
Somit fehlten durchschnittlich im vorangegangenen Jahr 741 Polizisten, was einer Rate von rund 8 Prozent, bei Steigerung, entspricht. Die Frage sei erlaubt, ob nicht auch der laufende Stellenabbau bei der Polizei eine Rolle spielen könnte. Von einer Verringerung der Verantwortlichkeiten und Aufgabenbereiche der Polizeibeamten kann nämlich nicht die Rede sein. Schließlich sind weder Straftaten noch kleinere Delikte so enorm zurückgegangen, dass von weniger Arbeit für die Beamten die Rede sein könnte.
Weitere Stellenstreichungen sollen ins Haus stehen. So ist die Rede davon, dass zukünftig von 50 Wachen nur noch 15 Wachen rund um die Uhr besetzt sein sollen. Nach Aussagen einer Expertenkommission hat Brandenburg mit einem Polizisten auf 266 Einwohner eine zu hohe Polizeidichte. Für den Bürger dürfte das Argument kaum einsichtig sein, wenn aus dem Stellenabbau resultieren sollte, dass die Überlastung der Polizisten weiter steigt, und infolge Krankheit entschieden weniger Beamte zur Verfügung stehen.
Die Gewerkschaft der Polizei sieht jedenfalls die Ursachen der hohen und steigenden Krankenstände eindeutig in der Überlastung der einzelnen Beamten, die nicht zuletzt auf den immer drastischer greifenden Stellenabbau zurückzuführen ist. Vielleicht wäre wünschenswert, die Verantwortlichen würden sich die Situationen vor Ort für die einzelnen Beamten einmal sehr genau ansehen, bevor weitere tief greifende Streichungen von Stellen und Wachenbesetzung vorgenommen werden.
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